Vertragsperformance.
Der Vertrag ist die Architektur einer Karriere — nicht ihr Protokoll.
Spielerverträge und Trainerverträge im Profifußball sind keine Standarddokumente. Sie sind hochstrukturierte Vereinbarungen mit drei bis fünf Vergütungsschichten, einem Dutzend Konditional-Klauseln und einer Halbwertszeit, die fast immer kürzer ist als ihre Laufzeit. Wer sie liest, als wären sie gewöhnliche Arbeitsverträge, übersieht die Stellen, an denen über Millionen entschieden wird.
Wann diese Beratung gebraucht wird.
Vier bis fünf wiederkehrende Konstellationen, in denen das Mandat regelmäßig beginnt. Die Liste ist nicht abschließend — sie zeigt das Spektrum.
Vertragsverlängerung mit veränderter Marktposition
Ein Spieler hat sich entwickelt, der Marktwert ist gestiegen, der laufende Vertrag spiegelt das nicht mehr. Verlängerung oder Auslaufen — beide Wege haben strukturelle Vor- und Nachteile. Die Verhandlung beginnt nicht erst, wenn der Verein das Gespräch sucht, sondern Monate vorher in der Vorbereitung.
Trainerwechsel mit ungeklärter Abfindungsstruktur
Der Vertrag wird vorzeitig beendet, die Abfindungsregelung ist unklar oder benachteiligend. Die Frage ist nicht nur, was rechtlich geschuldet ist, sondern wie steuerliche, verbandsrechtliche und reputative Aspekte in eine durchsetzbare Lösung überführt werden.
Bonus- und Prämienkonflikte mit dem Verein
Einsatzboni werden nicht ausgezahlt, Saisonprämien werden anders interpretiert als vereinbart, neue Vereinsführung beruft sich auf abweichendes Verständnis. Diese Konflikte verlangen präzise Dokumentation, Beweissicherung und — wo nötig — schnelle Verfahrensführung vor der DFL- oder DFB-Schlichtungseinrichtung.
Disziplinarmaßnahmen und Suspendierung
Suspendierung, Trainingsfreistellung, interne Untersuchungen — Maßnahmen, die die Karriere unmittelbar bedrohen und in vielen Konstellationen rechtswidrig oder unverhältnismäßig sind. Schnelles Handeln ist entscheidend, weil jede Trainingseinheit fehlt und jeder Spieltag zählt.
Was konkret bearbeitet wird.
Die nachfolgenden Beratungsfelder stehen nicht als Einzelleistungen nebeneinander, sondern verzahnt — wie es das jeweilige Mandat verlangt.
Vertragsgestaltung und -prüfung
Spieler- und Trainerverträge, Vergütungs- und Bonusstrukturen, Vertragsverlängerungen, Sondervereinbarungen. Architekturansatz: Jede Klausel wird auf Wechselwirkungen mit anderen Klauseln und auf wirtschaftliche Auslösewahrscheinlichkeit geprüft.
Aufhebungsvereinbarungen
Strukturierung einvernehmlicher Vertragsbeendigung mit Abfindungs-, Bonus- und Folgepflichtenregelung. Verzahnung mit steuerlichen und verbandsrechtlichen Aspekten.
Bonus- und Vergütungsstreitigkeiten
Geltendmachung und Verteidigung bei Streit über variable Vergütungskomponenten — von Einsatzboni über Mannschaftsprämien bis zu Marktwert- und Performance-Triggern.
Disziplinar- und Suspendierungsverfahren
Verteidigung gegen vereinsseitige Maßnahmen sowie Vertretung in Disziplinarverfahren der Verbände.
Vergütungsklagen und Vollstreckung
Durchsetzung offener Vergütungsansprüche, gegebenenfalls über die DFL-Schlichtungseinrichtung, vor der FIFA Dispute Resolution Chamber oder den ordentlichen Arbeitsgerichten.
Bei arbeitsrechtlichen Mandaten im Profifußball ist Tempo regelmäßig wichtiger als Verhandlungstaktik. Transferfenster, Saisonpausen und mediale Dynamik diktieren die Verfahrenslogik — wer hier zu langsam reagiert, verliert auch dann, wenn er rechtlich im Recht ist.
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